Aftter finishing « Implementation of Acquired French » a lot of French words came to my mind about which I wanted to shared with Ines. When it got more and more I decided to write an Advent calender about it. But I am very sorry it turned out to be a German one...
01 Sécurité dans le trein
Prière de lire cette fiche (Bitte beachten Sie folgende Hinweise)
Als ich das neulich im Zug las, musste ich schmulzen, denn es erinnerte mich so sehr daran, wie Ines und ich mit Freude und Verwirrung La Croix gelesen haben. Da kam mir Herr Mehdorn in den Sinn, der für einen erfolgreichen Börsengang der Bahn und weniger Verspätung betet - gibt doch irgendwie ein ganz gemeinschaftliches Feeling, wenn man mal wieder auf dem Abstellgleis steht.
Ich war am Dienstag mal wieder in Frankfurt und mal wieder eine halbe Stunde zu spät. Seigneur, nous te prions...
02 Rocher
Wir reden ja in Botanik gerade sehr viel vom Klassifizieren - von daher erstmal eine grobe Einordnung: Basisvokabular "Psaume".
Da habe ich zwei Assoziationen zu: Einmal eine Telefonkarte der Würtembergischen Versicherung mit dem Bild einer Küste von Steinen, auf denen ein junges Paar steht - "wir sind Ihr Fels in der Brandung". Und dann natürlich die kleine goldene Kugel. Nein, nicht Gott zum Vernaschen, aber das Goldene hat sowas Feierliches. Das Bild auf der Telefonkarte ist ein bisschen trister, in braungrau, doch das Meer und die großen Steine sehen so mächtig aus. Ich finde, das ist ein tolle Kombination. Und Ferrero Fels wäre ja auch blöd.
03 Le pardon pour vous sera donné
Eigentlich wollte ich heute was ganz anderes schreiben, doch gestern hat mich ein kritischer Kommentar im Radio inspiriert. Da war ein Mensch, der darauf aufmerksam machte, dass Heilig Abend dieses Jahr auf einem Sonntag liegt, was zu einer erschreckenden Erkenntnis führe: Da gesamte Weihnachtsgeschäft samt Umsatzhochs müsse dieses Jahr in nur drei anstelle von vier Wochen über die Bühne gehen. Also z.B. auch nur drei geöffnete Adventssonntage (wobei ich dazu lieber nichts sage, da ich mich mit dem neuen oder nicht mehr existierenden Ladenschlussgesetz noch nicht so sehr befasst habe...). Irgendwo hat er ja recht, doch wird nicht sowieso seit Anfang September versucht, die Menschen in Weihnachtsstimmung und Geschenke-Kauf-Laune zu versetzen?
Da musste ich mal wieder an unser "Weihnachtsshopping" letztes Jahr denken. Die vielen Menschen, die ganze Hektik, und vor allem die Weihnachtsmusik aus den Lautsprechern!! Ines, frisch out of silence, wurde von einem Einkaufswagen angefahren, die Frau entschuldigte sich höflich mit "pardon" und stürmte weiter, Ines lächelte und entgegnete "Le pardon pour sera donné". Ich werde ihren friedlichen und strahlenden Blick dabei nicht vergessen und immer daran denken, wenn ich hier diesen unschönen "Weihnachts"-Trubel sehe...
04 Pour les siècles des siècles
Das ist toll. Pour les siècles des siècles. Ich glaube, dass ist auch, wie ich spontan "für immer" auf Französisch übersetzen würde. Hm, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ich finde das klingt so richtig nach einem Pfarrer, der in einer spärlich besuchen Kirche einen langweiligen Gottesdienst zuende bringt. Ewigkeit, das ist auch so ein Begriff über den man lieber nicht nachdenkt, weil die Vorstellung davon irgendwie nicht so erkenntnisreich ist. Und wie soll es jetzt von einer Ewigkeit zur anderen gehen, gibt es da etwa zwei? Wahrscheinlich macht das bei pour les siècles des siècles auch nicht sehr viel mehr Sinn, aber habe ich immer so eine Zeitskala im Kopf und sehe einen Pfeilbogen von einem Jahrzehnt zum anderen gehen...
05 Bienheureux
Seelig. Das ist ja auch so ein Wort. Wer's glaubt, wird seelig. Oder wenn man so ganz ruhig mit einem Lächeln einschläft. Zugeben, bienheureux ist nicht die perfekte Lösung. Gut-glücklich. Naja, da muss man sich halt selbst was drunter vorstellen, non?! Aber so wie ich fr. Emile da verstanden hatte, ist das bei den Béatitudes ja fast unmöglich, das allumfassend zu übersetzten.
Aber dann kam auch noch die Frage, wie die Nacht gut-glücklich sein kein. Nuit lumineuse, nuit bienheureuse. Das klingt immer so, als hätte sie ein ganz aktives Gefühlsleben, diese Nacht, als sei sie ganz lebendig.
06 Ference *Nikolaus*
Zu Nikolaus mal ein kleines Bonbon aus der Uni. Ich habe ja eine VWL Vorlesung (der Prof sieht aus wie Horst Köhler, hat das Lehrbuch auswendig gelernt und fuchtelt immer ganz komisch mit seinen Händen rum - irgendwie muss ich mich da aufheitern!) und unser Prof hat schon mehrmals beim Erklären der zehn Volkswirtschaftlichen Regeln gesagt, dass der Markt die Wirtschaft besser und effizienter regeln kann, als ein zentraler staatlicher Planer, weil der immer irgendwas falsch macht und nie alle Wünsche und Bedürfnisse berücksichten kann.
Bei dem Begriff "zentraler staalicher Planer" fällt mir spontan immer Ferenc ein. Und wie wir immer auf die Lieferung mit Ketchup oder Danone Fruits gewartet haben. Aber das war eben Simplicity und ich fand den Kommunismus dort beeindruckend, da kommt keine VWL Vorlesung gegen an!
07 Vérité germera de la terra
Das ist immer so ein Lichtblick beim Bio-Lernen, Gameten. Auch wenn das beides vielleicht gar nicht so viel miteinander zu tun hat - aber seit ich die beiden Begriffe miteinander verbunden habe, kann ich mir merken, dass Gameten Keimzellen sind und germer keimen bedeutet. So ein ganz kleines Zellchen Wahrheit, das sich auf so wundersame Weise teilt, bis etwas ganz Großen daraus wird - wie ein Pflanze, die irgendwo gedeiht und immer weiter wächst, bis sie die ganze Erde besiedelt...
08 D'un arbre séculaire (Es ist ein Ros' entsprungen)
Hier haben für ein typische Bespiel dafür, dass die auf-Französisch-klingt-alles-besser-Theorie nicht immer funktioniert. Denn wenn ich diesen Titel lese, denke ich an den Baum, der in meinem Französisch Buch gedruckt war, als das Wort zum ersten Mal auftauchte (ich glaube, Julie war im Wald sparzieren - ich weiß noch genau, wie das aussah!!). Und dann soll das ein weltlicher Baum sein. Ich weiß ja von Ines, dass alles auf dieser Erde irgendwie spirituell sein kann, aber ein Baum??? Naja, also da komme ich genauso wenig weiter wie bei dem Röslein, dass eigentlich viel mehr nach Pferd klingt. Und ich bin ja eigentlich eh für die Übersetzung als dünner säkularisierter Araber!
09 Comme un cerf altéré
Das war keines der Weihnachtslieder, die wir Tag und Nacht auf dem Korridor gesungen haben, doch zumindest der Titel hat sich samt deutschem Liedanfang - Wie ein Hirsch schreit nach frischer Quelle - bei mir eingeprägt und ich wusste von da an, dass ein Cerf ein Hirsch ist. Diese Erkenntnis verwirrte mich dann allerdings sehr, als ich ein halbes Jahr später ein Lied über einen "cerf-volant" hörte und ich bin Sophie sehr dankbar, dass sie mir die Vorstellung von kleinen Kindern nahm, die staunend in den Himmel schauen und dort fliegende Hirsche sehen. Jetzt lassen sie einen Drachen steigen.
10 Transfiguration
Verklärung des Herrn. Was dieses Wort bedeutet, habe ich mir sehr lange Zeit nicht vorstellen können. Denn bei mir daheim gibt es Leute, die einen ganzen schlimmen Dialekt sprechen und die sagen z.B. "der hat mir verzählt" und meinen damit "erzählt". Und Verklärung klingt für mich nach dem gleichen Sprachfehler.
Transfiguration suggiert wenigstens, dass sich da irgendetwas geändert hat. Und ich glaube, ich werde auch nie mehr von dem Bild loskommen, wie im El Abiodh Garten drei zeltartige Contact-Meeting-Konstruktionen standen, an die Ines drei Schilder gehangen hatte - Jesus, Moses, and Elijah.
11 L'ésprit est ardent, mais la chair est faible
Unser Musiklehrer hat mal gesagt, es gibt Wörter, bei denen das Aussehen schon verrät, was sie bedeuten - z.B. crux, weil da das x drin ist, also quasi ein Kreuz. Dann gibt es aber auch Wörter, die sich so anhören wie das, was sie bedeuten. Z.B. das niederländische "slecht" klingt richitg nach Übelkeit, das kann gar nichts Positives beschreiben. Faible ist auch so ein Wort. Besonders, wenn es bei singen auch noch auf fähäble gedehnt wird, dann klingt das einfach nach Kreislaufkollaps.
12 Conduis-moi sur le chemin d'éternité
Conduire kannte ich erstmal nur im Zusammenhang mit Auto fahren. Conduire une voiture. Ich muss da immer an meine ersten Fahrstunden denken, als ich total happy war, dass ich das alles so gut hinbekommen habe, was aber zum größten Teil auch daran lag, dass mein Fahrlehrer da ganz schön seine Füße mit im Spiel hatte, das hatte ich vor lauter Aufregung nur nicht mitbekommen. Gott als Fehrlehrer, der aufpasst, dass ich nicht gegen eine Wand fahre oder so... und der fängt nach den ersten Stunden bestimmt auch nicht an, Zeitung zu lesen oder will mittags um 14h eine Nachtfahrt im Tunnel machen...
13 Son fils unique
An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich, bis ich das erstmal nach Taizé gefahren und da das Glaubensbekenntnis auf Französisch gehört habe, nicht wusste, dass "sein eingeborener Sohn" "sein einziger Sohn" bedeutet. Es war für mich immer ein Rätsel, was das mit Eingeborenen zu tun hat! Also hier geht der Punkt ganz klar an das Französische.
14 Tout-puissant
Ich glaube, allmächtig ist auch so ein Wort, dass im Alltag nicht allzuoft gebraucht wird. Tout-puissant klingt mehr nach alles könnend und das ist schon nicht mehr so abstrakt, vielleicht weil nicht-alles-könnend ein so sehr vertrauter Zustand ist.
15 Le repas du Seigneur
Da kommen mir auch wieder Erinnerungen an Décourverts, unser Französischbuch. Juliens Mutter steht in der Küche und kocht. Preparer le repas. Das hört man in Taizé zwar nicht, weil man ja immer "die Küche macht", aber wann benutzt man im Deutschen schon mal außerhalb der Kirche das Wort "Mahl". Wenn es ums Essen auf irgendeiner Ritterburg geht. Okay, oder das Festmahl. Hm, aber totzdem. Sonst heißt es das Essen oder die Mahlzeit. Und deshalb finde ich repas viel schöner.
16 Le bonheur
Liste des 21 choses qui rendent heureux - éternité
Neben Umweltverschmutzung und Atomkraftwerken gibt es für den Französisch-Unterricht offenbar noch ein weiteres Standard-Thema: le bonheur. Auch hier kann ich mich ganz genau an die Lektion im Décourvertes erinnern, es war ein grüner Hintergrund. Aber das scheint wohl wichtig zu sein, denn in meinem Kurs an der Uni haben wir sogar damit angefangen. Im Buch war eine Liste von 21 Dingen, die Menschen in Frankreich glücklich machen. Eins davon war l'éternité. Aha. Was auch immer das bedeuten mag.
Dieu donne le bonheur. Pour les siècles des siècles.
17 Katholische Schuhe
(Und für meine Freunde in Süd-Deutschland - das ist alles völlig wertungsfrei!!)
Vor ein paar Wochen stand ich mit Sophie am Bahnhof und sie zeigte auf einmal auf einem Mann und sagte, der habe katholische Schuhe an. Aha. Sowas gibt es also auch. Ma che?! Ja, dann erzählte sie mir, dass in Frankreich Männer mit katholischer Erziehung solche Schuhe tragen. Und jeder wisse das auch. Okay, ich habe in Frankreich Leute gesehen, die auch solche Schuhe hatten und ihre Verbindung zur katholischen Kirche nicht leugnen können, aber die beiden in meinem Chemie-Seminar sind evangelisch - und haben - wie wohl der durchschnittsdeutsche - noch nie was katholischen Schuhen gehört...
18 Le disciple furent pleine de joie
Am Anfang habe ich geglaubt, ein Verb, das mit f anfängt muss irgendwas mit faire zu tun haben. Ganz offensichtlich erwies sich diese Interpretation aber nicht als besonders hilfreich. Doch pleine de joie hört sich für mich an wie in ein Schwimmbecken voller Freude zu springen :o)
19 Les coeurs limpides
Das ist mal wieder was nicht so Francophiles - denn 'limpide' hat für mich irgendwo in der organischen Chemie seine Klarheit verloren, als wir die Lipide kennen gelernt haben. Und jetzt habe wir auch noch gelernt, dass Fette im Darm resorbiert und dann zum Herzen gebracht verden. Ich glaube, so schnell wird dieses Wort sein Image nicht wieder aufpolieren können.
20 Mon Élu
Das ist eines der Wörter, die ich mir nie so richtig merken konnte (genauso wie il advint que), aber mir fällt jedes Mal ein Esel ein, das ist ja alles um das E herum gebaut... dann muss ich immer an die Ikone denke, die Weihnachten (also sehr lange, ne?!) in Taizé in der Kirche stand. Ich bin ja jetzt nicht so sehr mit Kunstverständnis gesegnet, aber ich fand diese Ikone sehr seltsam und vor allem sahen sich Jesus und der Ochse sehr ähnlich sahen - immerhin war es nicht der Esel :-)
21 Que j'exulte et jubile en ton amour
Meine Meinung nach sollte man sich bei exulter mal wieder keiner deutschen Übersetzung bedienen, dann landet man nämlich bei jauchzen und frohlocken. Ersteres gehört für mich ein Weihnachtslieder (Chantez! Chantez!), und, naja, frohlocken ist jetzt nicht so das gebräuchlichste Wort... Und bei jubiler? Jubilieren, ja das kann man schon mal in den Mund nehmen. Und dann gäbe es da noch jubeln, was mich immer daran erinnert, dass Beatriz sich bei diesem Lied ein ganzes Stadion vorstellt, das Ooohoooohooo, que j'exulte et jubile en ton amour singt...
22 Mes temps sont dans ta main, délivre-moi
Mein erster Gedanke geht da an Big Kitchen. Denn eines der Wörter, die in Taizé eingedeutsch werden, ist die Delivery. Also denke ich da an einen lieben Menschen mit blauer Schürze und Klemmbrett, wie er gerade die Paletten mit Joghurts o.ä. zählt. Und vielleicht bringt mich das auch etwas von der eigentlichen Bedeutung weg, aber wenn ich mir dann die englische Übersetzung anschaue - deliver me - komme ich immer zu der Vorstellung, dass Gott mich irgendwo hinbringen wird, wo er glaubt, es sei gut und richtig, dass ich dort bin. Er bringt seine Deliveries schon an den richtigen Ort.
Fühle mich dann manchmal wie ein kleiner Dany Chocolat, der bei Prodirest im Lager steht und voll Vertrauen délivre-moi sagt und dann dort hin gebracht wird, wo er gebraucht wird.
23 La bonne place
Als Ines und ich uns auf die Suche nach Taizéismen machten, kam die Frage auf, ob zu uns mal jemand gesagt hatte "please put this in the good place", also räume das bitte weg. Ines hatte es noch nie gehört und ich war mir nicht mehr ganz sicher, ob ich das nicht vielleicht geträumt hatte oder so.
Im November war ich dann mit einer Französin in einem Museum und als wir da etwas orientierungslos durch das Treppenhaus gewandelt sind, fragte sie mich, ob wir denn auf dem guten Weg seien. Ich lächelte und sagte bestimmt... :o)
24 Mesomerism
I would like to share a thought I had during one of my strange appearances at night, with all those carbon atoms and double bonds flying around me. I remembered how one of my teachers at school asked how we would explain the Trinity but none of us could give a really satisfying answer. Today I would say: with mesomerism.
In chemistry there is something called chemical equilibrium (God, I never heard this name before..) which is a state in which the reactants and products react beack and forth all the time without having really a change of concentration. Both reactions are happening at the same time and it's a bit hard to imagine this as a "balance" because the position of this balance can lie on one side (like there are hardly any products because they all react back to the reactants).
Now some of you might experience some kind of equilibrium of understanding and confusion - having it positioned on the side of confusion concerning all chemical questions (do you now this feeling when you understand something but do not understand it at the same time?). So maybe my thought about mesomerism and the Trinity is a bit beyond your understanding of chemistry but I will try to explain..
So first a little graphic:
What you can see here is bezone (also known as benzole). D to F show how all this might really work. At school we learned nice German words to descripe that (you can practise: Aufenthaltwahrscheinlichkeitsraum and Elektronenwölchen). Bascially, there is an electron delocalization which means the electrons flying around in these tires below and above the benzene ring.
At first, people thought the structure might like graphic B where the electrons are localized in the double bonds. But some intelligent people proved that it's not like that. You can now describe the reality of the bonds with just one single structure because it would not be complete. So this is what you call mesomerism.
What you can do is draw so-called mesomeric border structures, like in B. But as I mentioned, they don't describe the thing fully.
This is a bit like with the Trinity (and I do not try to make God fly around carbon atoms). Sometimes we speak of the Father, sometimes the Son or the Holy Spirit, but God is so deep, so high, so tall, so undescribable, and even without any calculable "probability of being in this certain place".
Alright, probably most of you didn't go throught the harship of a practical chemical training at university. But for me understanding mesomerism brings the equlibrium of understanding the Trinity a bit further away from the confusion part... :o)